Im Rahmen des Projekts DUALOG fand am 22. Oktober 2026 ein Webinar zum Thema „Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen bei Obst und Gemüse im ökologischen Anbau“ für Lehrkräfte und Studierende landwirtschaftlicher Colleges in der Ukraine statt. Die Veranstaltung widmete sich aktuellen Fragen des Anbaus hochwertiger pflanzlicher Erzeugnisse und bestand aus zwei thematischen Teilen.
Im ersten Teil des Webinars gab der Experte für ökologischen Obstbau Wladimir Silenko einen umfassenden Überblick über die Grundsätze, Methoden und praktischen Ansätze zum Schutz von Obstkulturen vor Krankheiten und Schädlingen im ökologischen Landbau. Der Referent betonte, dass der Verzicht auf synthetische Pestizide die Erzeuger vor neue Herausforderungen stelle, die vor allem mit der Notwendigkeit einer wirksamen Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen angesichts einer begrenzten Auswahl an für den ökologischen Landbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zusammenhingen. Die bisherigen positiven Erfahrungen lassen jedoch mit Optimismus in die Zukunft blicken.

Im zweiten Teil des Webinars beleuchtete der Experte für ökologischen Gemüseanbau Mykola Teteruk die Besonderheiten moderner Technologien, die hohe Produktqualität mit einem schonenden Umgang mit der Umwelt und der menschlichen Gesundheit verbinden. Besonderes Augenmerk legte er auf ökologische Technologien, die auf dem Einsatz biologischer Pflanzenschutzmittel und einer rationellen Bewirtschaftung der Agrarökosysteme basieren. Seiner Meinung nach ist das wichtigste Instrument zum Schutz von Gemüsekulturen im ökologischen Anbau eine wissenschaftlich fundierte Anbautechnik, die die Bedürfnisse der Pflanzen und das Potenzial des Bodens berücksichtigt.

Das Webinar endete mit einer lebhaften Diskussion, in deren Verlauf die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, den Experten Fragen zu stellen, praktische Aspekte des ökologischen Landbaus zu erörtern und Erfahrungen auszutauschen.
Besonders interessant für die Zuhörer war die Frage nach einer möglichen Kürzung der Liste der für den Einsatz in der biologischen Produktion zugelassenen Präparate nach der Anpassung der ukrainischen Gesetzgebung an die EU-Anforderungen. Herr Silenko stellte klar, dass die derzeit auf dem ukrainischen Markt erhältlichen Präparate für den biologischen Landbau bereits alle Anforderungen erfüllen. Er kritisierte zudem scharf die Idee, gentechnisch veränderte Organismen zur biologischen Schädlingsbekämpfung einzusetzen, und wies darauf hin, dass die Gentechnik generell im Widerspruch zum Konzept des biologischen Landbaus stehe.
Auf die Frage nach der Wirksamkeit der Präparate angesichts des Klimawandels und des allgemeinen Temperaturanstiegs merkte Herr Teteruk an, dass die Präparate gerade deshalb derzeit oft abends ausgebracht werden, zumal viele Schädlinge hohe Temperaturen schlecht vertragen. Die Entwicklungsperspektiven der ukrainischen Hersteller von Biopräparaten beurteilte er skeptisch und wies darauf hin, dass für deren Herstellung sehr strenge Produktionsbedingungen erforderlich seien, die die Ukraine derzeit nicht gewährleisten könne. Herr Teteruk wies ausserdem auf die geringe Berücksichtigung des Themas biologischer Pflanzenschutz in den Lehrplänen der Bildungseinrichtungen hin.
Die Leitung des Agrarfachkollegs Illinets bedankte sich beim Projekt, bei den Referenten und den Teilnehmenden, zu denen auch Studierende gehörten, für heutige Veranstaltung und äusserte sich positiv über die weitere Zusammenarbeit und die Organisation künftiger Seminare.



